Hübsche Anekdoten zum Schmunzeln

Schlecht, wenn man nur vom Blatt spielen kann. Die Top-Musiker der WDR-Big-Band können natürlich auch frei, aus dem Kopf musizieren. Doch manch kompliziertes Arrangement bedarf schon der exakten Benotung. Bei ihrem ersten Auftritt in Greven blieb das komplette Notenmaterial in Köln. Mit fast einstündiger Verspätung startete der Big-Band-Sound im Ballenlager. Ein fliegender Bote hatte die Noten besorgt. Derweil unterhielt eine kleine Combo das geduldige Publikum.

Rund 1500 Stühle galt es für die Carmina Burana am Greven- Strand aufzustellen. Klar, dass die eifrigen KI-Helfer die nicht all zu weit tragen wollten. Also steuerte der Stuhlverleiher die Sitzladung mitten aufs Feld. Dem Lkw wurde der Beach-Sand allerdings zum Verhängnis. Rettungslos fest saß der Laster. Schlimmer noch, beim Versuch wieder frei zu kommen, scheuerten die Reifen über ein großes Bündel an Elektrokabeln. Um ein Haar wären sie durchtrennt worden. Die Carmina hätte am Abend nicht stattfinden können.

An diesem Wochenende wurde Greven ein bisschen schwärzer. Nein, nicht politisch, aber rein menschlich. „Skin“, die Hautfarbe. Kurzum, der Afrika bewegte Bundestagsabgeordnete Reinhold Hemker hatte der KI einen afrikanischen Chor vermittelt. Die Zimbabwer, mit Anhang gut und gerne 40 Menschen, mussten untergebracht werden. KI-Mitglieder und Freunde und Förderer des Vereins erklärten sich schnell bereit, die Gäste aus dem anderen Kontinent aufzunehmen. So wurde Greven an diesem Wochenende auf vielen Plätzen und Straßen ein bisschen schwärzer.

Eigentlich sollten die frechen Frauen die ersten Kabarettgäste der Kulturinitiative 1987 werden. Doch irgendwie kränkelten die Mädels. Ersatz musste her: Weil Volker Pispers niemand kannte, verpassten viele Menschen die Geburt eines neuen Stars am Kabarett-Himmel in Greven. Doch zwölf zahlende Besucher im „River Kwai“ waren begeistert. Nach einer legendären Küchenparty bei der Familie Doebel im Josefsviertel schliefen Pispers und einige seiner Zuhörer ihren Rausch im Wohnzimmer der damaligen KI-Vorsitzenden aus.

In der Kulturinitiative produzierten viele Jahre starke Frauen ein starkes Programm. Doch eines fehlte diesen Frauen, zumindest jenen, die 1992 der Kultur in Greven einen Stempel aufdrückten: das Fußball-Gen. So kollidierten am 26. Juni 1992 die Schauspieler des Detmolder Landestheaters mit 22 Fußballern aus Deutschland und Dänemark. Die einen spielten an der Emsdettener Straße „Den Kuss der Spinnenfrau“ und die anderen kickten in Göteborg um den EM-Titel. Eine Terminkollision, die mit einer klaren Niederlage für die KI endete. Vielleicht hätte das Theaterspiel manchem besser gefallen, denn die deutschen Kicker unterlagen den Dänen mit 2:0.

Viele Jahre war der KIVorstand in Frauenhand. Doch 1997 kristallisierte sich plötzlich ein reines Männerensemble unter Vorsitz von Uwe Habben heraus. Kein System, aber der Zufall hatte es so gewollt. Eine Schmunzette ergab sich am Rande. Bei der Suche nach dem neuen Geschäftsführer wurde Roland Post als Kandidat genannt. Ein Mann, der schon viele Funktionen in Partei und Fraktion inne hatte, was den Freund und Kollegen Wolfgang Willenbrink zu einer spontanen Kandidatur verleitete. „Der Roland muss sich auch einmal um seine Familie kümmern.“

Auch der Autor dieser Zeiten war stets eng mit der KI verbunden. Als 1990 die ersten eigenen Räumlichkeiten an der Emsdettener Straße hergerichtet werden mussten, legten alle Mitglieder Hand an. Große Flächen waren zu weißen. Wegen Triefen- und Blasenbildung an den Wänden wurde meine Wenigkeit von diesen Aufgaben entbunden. Gar nicht Gram hat sich der Autor dann wieder stärker dem Schreiben zugewandt.

H eute ist Egon Koling KI-Chef. Zu Gründungszeiten bekleidete er das Amt des Stadtwerke- Geschäftsführers. Dass er damals der langjährigen KI-Geschäftsführerin Ulrike Wagner bei deren Frage nach möglicher finanzieller Unterstützung – Sponsoring war noch ein Fremdwort – einen Korb gegeben hat, daran kann er sich kaum mehr erinnern, liefert aber die Begründung gerne nach: Die Stadtwerke waren noch nicht unternehmerisch tätig.

Lew Kopelew, russischer Literat und Heinrich- Böll-Freund, gehörte zu den ersten großen Stars, die die Kulturinitiative engagierte. Lesungen im Gymnasium, Begegnungen mit Schülern standen auf dem Programm. In Begleitung der KI-Leute durchstreifte der Künstler die Stadt. Warum hier so viele neue, wenig schöne Häuser stünden, wollte Kopelew von seinen Begleitern wissen. „Die Stadtkernsanierung“ nannten die ihm als Grund.

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