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Gunnar Pier: Der Haus- und Hof-Fotograf Bon Jovi bei Tageslicht im Stadion ist leichter als Volker Pispers im funzeligen Licht des Ballenlagers. Gunnar A. Pier kann beides, liebt beides und ist in der Konzert-Fotografie unterwegs wie nur wenig andere. Der WN-Redakteur, der am Newsdesk in Münster für Planung und Layout zuständig ist, mag Konzerte und verbindet Hobby und Beruf. Auch die Besucher der Kulturinitiative kennen Pier, der als 15-jähriger Gymnasiast in der Grevener Redaktion seine ersten journalistischen Sporen verdiente. Besser noch kennen sie allerdings seine Fotos Konzertfotos, die aus der Sicht des Fotomanns die besonderen Momente von Konzerten, Theater und Kabarettvorstellungen aufs Papier bannen. Pier war über viele Jahr Haus- und Hof-Fotograf der Kulturinitiative. Die besonderen Momente festzuhalten reizt Pier, der dem Künstler durch das Tele auf die Pelle rückt. Im besten Fall entwickelt sich zwischen Fotograf und dem Objekt seiner Begierde ein stilles Einvernehmen. Manche Profis sind geeicht auf den Fotografen. Die blicken ins Objektiv, spielen für den Fotografen. Das machte Pe Werner vor Jahren auf der Bühne des Ballenlagers genau so wie Tina Turner in der Köln Arena und noch vor wenigen Wochen Roger Cicero. Zarte Bande, die allerdings rasch zerreißen, wenn Fotografenkollegen gleich Elefanten in Porzellanläden den Bühnenmatador im Blitzgewitter erschießen. Das geht gar nicht, sagt Pier, der sich und sein Gerät im Ballenlager oft ganz an der anderen Wandseite platziert. Mein Glas Rotwein auf dem kleinen braunen Wandkasten. Bei der Kulturinitiative ging es für den WN-Mann zumeist gemütlicher zu als an der Konzertfront in den großen Hallen der Republik. Dort kriegt man genaue Positionen zugewiesen, hat ein paar Minuten während der ersten Songs Zeit zu fotografieren. Und wehe, wenn dann die Bilder nicht im Kasten sind. Den Konzertfotografen ernst nehmen hingegen die Rolling Stones und ihre Manager. Die haben exakt erzählt, wann und in welcher Richtung sie auf der Bühne unterwegs sind. Dankbar war Pier auch für den Hinweis, sich zehn Sekunden nach Konzertbeginn dem Publikum zuzuwenden. Da zündete nämlich ein grelles Leuchtfeuer, das jeden Fotografen für den Rest des Foto- Shootings geblendet hätte. Mit solchen Finessen allerdings musste sich Pier bei der Kulturinitiative nicht herumschlagen, für die er seit 1990 über 15 Jahre regelmäßig fotografiert hat. Dafür kam er vielen Künstlern dort nicht nur durch die Linse nah´. In der Pause oder nach den Konzerten hat man das ein oder andere Gläschen zusammen getrunken. Welche Kunst oder welche Musikrichtung ihm auch vor die Linse kommt, ist Pier egal. Er lebt bei jedem Foto seine Leidenschaft. Hansi Hinterseer? Kein Problem. Zur Jazzmusik hat der Musikliebhaber allerdings ein höchst gespaltenes Verhältnis. Und da sind Kulturinitiative und WN-Redaktion nicht ganz schuldlos. In den frühen Jahren der KI, als die Jazzmusik im Programm eine dominierendere Rolle gespielt hat, habe er da wohl eine Überdosis gekriegt, stellt er trocken fest. Da hat mich die Redaktion immer hingeschickt, erinnert er sich an die Zeit als freier Mitarbeiter, und nie wollte mich einer meiner Freunde begleiten.
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