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Frau Braun-Munzinger, was trieb Sie und Ihre Freude vor 25 Jahren an, den alternativen Kulturverein zu gründen, so der frühere Arbeitstitel der Kulturinitiative? Braun-Munzinger: Wir wollten das Angebot, das es in Greven gab, erweitern. Es gab nicht viel: Da waren die Brauchtumsveranstaltungen der Vereine, die Aulakonzerte. Dieses Angebot wollten wir gerne erweitern und suchten eine Alternative. Das Motto war zu Beginn Kultur für alle. Ist dieses Ziel eingelöst worden? Braun-Munzinger: Ich denke schon. Es hat eine Entwicklung stattgefunden. Wir haben zunächst aus sehr kleinen Anfängen begonnen. Wir hatten keine Heimat, mussten daher immer wieder unterschiedliche Räume aufsuchen. Wir haben zudem auf Eigen- beteiligung von Publikum und Akteuren gesetzt, etwa beim Stegreiftheater. Meditatives Malen gab es auch zu jener Zeit. Unsere erste Veranstaltung war eine Dichterlesung mit Sadi Ücüncü, für die wir eigens eine Kinderbetreuung organisiert hatten. Dieses Angebot kennzeichnet auch etwas unseren Anspruch. War Ihr Engagement damals auch politisch geprägt? Braun-Munzinger: Naja, die Gründungsmitglieder waren aus einer Gruppe hervorgegangen, die auch politisch vorher zusammengearbeitet hat. Viele waren in der SPD engagiert. Auch Ernst Reiling kam dazu. Es gab schon einen politischen Hintergrund. Das Geschehen hat sich davon allerdings verselbstständigt. Die KI damals und heute was hat das Eine heute noch mit dem Anderen zu tun? Braun-Munzinger: In der Organisation sicherlich nicht viel. Wir hatten damals vereinbart, dass wir den Vorstand sehr häufig wechseln wollten. Das hat sich auf das Angebot ausgewirkt, das den unterschiedlichen Interessen unterschiedlicher Vorstände entsprach. Wir haben das Angebot erweitern wollen. Heute gibt es ein sehr viel breiteres Angebot. Das ist gewachsen und hat sich verändert. Uns fehlte damals vielleicht die Kontinuität in der Organisation. Vielleicht hatten wir dafür eine etwas größere Breite, eine stärkere Experimentierfreudigkeit. Vieles gibt es heute in Greven, wie etwa Greven an die Ems. Da haben wir gar nicht von zu träumen gewagt. Haben Sie denn heute noch Verbindungen zu Ihrem ehemaligen Kulturbaby? Braun-Munzinger: Gelegentlich. Ich gehe gerne dorthin, bin aber nicht mehr 25 Jahre wird die Kulturinitiative. Was wünschen Sie dem Verein, den Sie mitgegründet haben? Braun-Munzinger: Ich finde sehr schön, was der Verein heute macht. Freue mich auch sehr darüber, dass er heute wieder auf soliden finanziellen Fundamenten steht. Das war eine große Sorge. Wenn es denn vielleicht ein paar von den ursprünglich angedachten Elementen geben könnte, etwa Gruppen die selber aktiv sind, würde mir das gut gefallen.
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